Pädagogik der frühen Kindheit

VER-ES: Verfahren zur Einschätzung des Sprachförderbedarfs im Jahr vor der Einschulung

Projektleitung:

Prof. Dr. Gisela Kammermeyer und Dr. Susanna Roux

Laufzeit des Projekts: 01.03.2006 bis 29.02.2008

Auftraggeber/Finanzierung: Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur (Mainz)  

Projektmitarbeiterin: Dipl. Päd. Andrea Stuck

Zusammenfassung:

Im Rahmen des Programms „Zukunftschance Kinder: Bildung von Anfang an“ wird im Auftrag des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur ein Verfahren zur Einschätzung des Sprachförderbedarfs von Kinder ohne Kindertagesstättenbesuch, das im Rahmen der Schulanmeldung eingesetzt wird, entwickelt und erprobt.

Beschreibung:

Das Verfahren zur Einschätzung des Sprachförderbedarfs im Jahr vor der Einschulung erfasst die die fünf Bereiche Wortschatz, Sprachverstehen, Sprachverarbeitung, Phonologische Bewusstheit und Kommunikationsverhalten in standardisierter Form. Aufgrund des Verfahrens wird entschieden, ob eine Empfehlung zur Teilnahme an einer Sprachfördermaßnahme ausgesprochen wird.


Bei der Entwicklung des Verfahrens war es auch ein Anliegen im Rahmen der Schulanmeldung das Vertrauen der Eltern, deren Kinder bisher nicht im Kindergarten waren, zu gewinnen. Die Eltern werden dahingehend beraten, dass sie ihr Kind in einem Kindergarten anmelden, da es übergeordnetes Ziel ist, dass alle Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung einen Kindergarten besuchen. Außerdem soll der Einsatz dieses Verfahrens auch zur inhaltlichen Zusammenarbeit von Lehrerinnen und Erzieherinnen angeregt werden. Das Verfahren kann auch in Kindertagesstätten ca. ein Jahr vor der Einschulung eingesetzt werden. Es eignet sich für alle Kinder in der Einrichtung, aber hier besonders für die Kinder, die aufgrund der Beitragsfreiheit des letzten Kindergartenjahres, erst ein Jahr vor Schulbeginn in den Kindergarten kommen. Da die Erzieherinnen deshalb über die Sprachentwicklung und den Sprachstand dieser Kinder kaum etwas wissen, ist die systematische Einschätzung des Sprachstandes besonders wichtig, damit bis zum Beginn einer Förderung keine wertvolle Zeit verloren geht.

Das Verfahren wurde erstmals im Herbst 2006 im Rahmen der Schulanmeldung für Kinder ohne Kindergartenbesuch durchgeführt (N = 330). Es erfolgte eine Überprüfung der Eignung durch die Analyse der bei der Untersuchung ausgefüllten Protokollbögen sowie durch die Rückmeldung der durchführenden Lehrkräfte/Erzieherinnen mit Hilfe eines Rückmeldebogens (N = 128). Die Erprobungsfassung wurde aufgrund dieser Daten überarbeitet und kommt ab Herbst 2007 regelmäßig zum Einsatz.

Zentrale Veröffentlichungen:

  • Kammermeyer, G., Roux, S. & Stuck, A. (2007b).Verfahren zur Einschätzung des Sprachförderbedarfs im Jahr vor der Einschulung: Auswertung der Rückmeldungen zur Erprobungsfassung 2006.
  • Kammermeyer, G., Roux, S. & Stuck, A. (2007b). Verfahren zur Einschätzung des Sprachförderbedarfs im Jahr vor der Einschulung. Manual. Mainz: Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur.
  • Kammermeyer, G., Roux, S. & Stuck, A. (2007c). Verfahren zur Einschätzung des Sprachförderbedarfs im Jahr vor der Einschulung: Theoretischer Rahmen zur Erprobungsfassung 2006. Landau: Universität.
  • Kammermeyer, G., Roux, S. & Stuck, A. (2008a). Einschätzung des Sprachförderbedarfs von Kindern ohne Kindergartenbesuch. Überprüfung der Erprobungsfassung 2006. Landau: Universität.
  • Kammermeyer, G., Roux, S. & Stuck, A. (2008b). Verfahren zur Einschätzung des Sprachförderbedarfs im Jahr vor der Einschulung (VER--ES). Überprüfung der Endfassung 2007. Landau: Universität.
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