AB: Heterogenität

Laufende Projekte

(Neue) Ein- und Ausschlüsse im Kontext aktueller Fluchtmigrationen – Praktiken und Lernprozesse in Schulen jenseits der Metropolen

Da­­­­s Forschungsprojekt untersucht Handlungs- und Deutungspraktiken in Schulen im Kontext aktueller Fluchtmigrationsbewegungen sowie damit verbundene (partielle) Ausschlüsse und (differenzielle) Möglichkeiten der Bildungsteilhabe von Schüler:innen mit Fluchtbiographie. Am Beispiel allgemeinbildender weiterführender Schulen in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt wird erstens untersucht, mit welchen Ansätzen und vor dem Hintergrund welcher politisch-behördlichen Rahmenbedingungen Schulen jenseits der Metropolen die Bildungswege geflüchteter Kinder begleiten und welche (neuen) Ein- und Ausschlüsse sowie natio-ethno-kulturellen Grenzziehungen und -verhandlungen sich hiermit verbinden. Zweitens wird nach Veränderungs- und Lernprozessen gefragt, die Professionelle in Schulen in Bezug auf die Begleitung von Bildungswegen von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrungen sowie die Gestaltung einer diskriminierungskritischen schulischen Praxis insbesondere seit den Fluchtbewegungen 2015/16 vollziehen konnten. 
 
Hierfür verbinden wir die Analyse schulisch-behördlicher Praktiken mit der Analyse pädagogischen Handlungs- und Deutungswissens:

(1)  Analyse schulisch-behördlicher/institutioneller Praktiken: 
  • Wie gestalten sich die institutionellen Bedingungen für Schüler:innen mit Fluchtbiographie an allgemeinbildenden Schulen jenseits der Metropolen? 
  • Mit welchen Ansätzen begleiten Schulen die Bildungswege geflüchteter Schüler:innen? 
  • Welche Veränderungen in bildungspolitischen Regelungen und schulischen ‚Bearbeitungspraxen‘ von Fluchtmigration lassen sich seit Einsetzen der Fluchtmigration aus der Ukraine im Vergleich zu den Fluchtbewegungen 2015/2016 erkennen?
(2)  Analyse pädagogischen Handlungs- und Deutungswissens: 
  • Wie wird Fluchtmigration aus Sicht unterschiedlicher pädagogischer Akteur:innen an Schulen aktuell verhandelt? 
    • Wie werden Handlungspraktiken begründet und legitimiert? Auf welches ‚Wissen‘ wird dabei rekurriert?
    • Wie werden (migrationsgesellschaftliche, schulpolitische und innerschulische) Veränderungen in Bezug auf Fluchtmigration zwischen 2015 und heute von den Professionellen reflektiert? Welche Bedeutung haben dabei Wissen und Nichtwissen?
  • Welche Perspektivveränderungen zeichnen sich ggf. bei den Professionellen ab bzw. werden von ihnen selbst reflektiert?

Die genannten Fragen werden in einem explorativen, empirisch-qualitativen Forschungsdesign untersucht: Neben der Analyse der migrationspolitischen Bedingungen und der jeweiligen schulrechtlichen Regelungen werden leitfadengestützte Expert:inneninterviews mit Schulleitungen, Lehrer:innen, Schulsozialarbeitenden sowie mit Mitarbeiter:innen in Schulbehörden geführt und mittels qualitativ-rekonstruktiver Verfahren ausgewertet.


Finanzierung: Eigenmittel

Projektleitung: Vertret.-Prof.in Ellen Kollender (RPTU Kaiserslautern-Landau, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft, Arbeitsbereich „Heterogenität“) und Prof.in Dorothee Schwendowius (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut Bildung, Beruf und Medien, Arbeitsbereich „Internationale und Interkulturelle Bildungsforschung“)

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